Therapieversuche bis heute
Obwohl bereits seit 150 Jahren versucht wird, Behandlungswege für Retinitis pigmentosa zu konzipieren, ist es bis heute nicht gelungen, eine effiziente Therapie zu ihrer Bekämpfung zu entwickeln. Dies hat mehrere Gründe.
Zum einen sind die unterschiedlichen Formen der Krankheitsgruppe Retinitis pigmentosa, was ihren Verlauf und ihren Schweregrad angeht, extrem unterschiedlich.
Außerdem verläuft die Krankheit extrem langsam, was die Überprüfung möglicher Therapieversuche erschwert.
Man geht davon aus, dass dadurch, dass sich die verschiedenen Formen der Retinitis pigmentosa bis auf ihre fast identische Symptomatik grundlegend unterscheiden, eine universelle Therapie, die alle Formen heilt, nicht möglich ist, sondern dass für die verschiedenen Formen auch verschiedene Therapien entworfen werden müssen.
Allgemein kann gesagt werden, dass eine sinnvolle Behandlung, welche ihr Fortschreiten verlangsamen oder gar stoppen kann, bis zur heutigen Zeit noch nicht existiert.
Eine genaue augenärztliche Betreuung gibt es für Retinitis pigmentosa- Erkrankte bis dato nicht, lediglich gelegentliche Kontrolluntersuchungen, welche Klarheit über den Verlauf der Krankheit verschaffen sollen.
Bei ihren Forschungen haben die Biologen drei verschiedene Möglichkeiten, die Retinitis pigmentosa zu heilen, als Ziele festgelegt:
- Die Bewahrung der Photorezeptoren
- Die Suche nach den Veränderungen im Genom, welche für das Absterben der Photorezeptoren zuständig sind.
- Austausch der abgestorbenen Photorezeptoren gegen gesunde
Bis jetzt hatte man mit diesen Ansätzen jedoch wenig Erfolg. Es ist zwar erfreulicherweise anzumerken, dass die Qualität der Verlaufskontrollen von Zeit zu Zeit stetig verbessert wird, was die Heilung an sich betrifft, tappt die Forschung jedoch im Dunkeln. Selbst wenn es doch einmal gelingen sollte, einen wirksamen Therapieansatz zu entwickeln, hat dieser noch einige Zwischenprüfungen zu bestehen, wie zum Beispiel eine Prüfung am Tiermodell, bis dass sie zum eigentlichen Einsatz beim Menschen kommt.
Größter Hoffnungsträger sind die zurzeit aktuellsten Erkenntnisse, welche die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen erzielen konnten (Vgl. Kapitel 2.1.3.2). Jedoch ist auch in diesem Fall zu sagen, dass die Erkenntnisse lediglich als Ideen für mögliche Therapiekonzepte dienen können.
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