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Genmutationen - was ist das?

09.03.2007

 

Um zunächst die Entstehung der Retinitis pigmentosa zu begreifen, ist es erforderlich, sich näher mit Genmutationen allgemein zu befassen, besonders mit so genannten Punktmutationen.
In der DNA ist die genetische Information als Sequenz der 4 Basen Adenin, Guanin, Cytosin und Thymin gehalten, welche nach dem Prinzip der Basenpaarung miteinander korrespondieren. Auf diesem Wege gelingt es der genetischen Information, die Aminosäuresequenz der Proteine zu bestimmen. Verschlüsselt ist die genetische Information mit Hilfe von Codes, in welchen eine Folge von 3 Basen- ein „Basen Triplett“ – jeweils eine Aminosäure bestimmt.

Bei einer Punktmutation wird genau eine Base im Codon verändert. Es gibt 3 verschiedene Arten der Punktmutation, welche unterschiedliche Folgen auf die Aminosäuren, welche ins Protein eingebaut werden, haben kann.

Bei einer stummen Mutation („silent“-Mutation“) wird eine Base im Triplett durch eine falsche ersetzt. Diese Art der Mutation bedeutet jedoch keine Veränderung für die Aminosäuresequenz des Proteins, da das Codon lediglich so verändert wird, dass die drei Basen immer noch die selbe Aminosäure codieren (würde man z.B. im Triplett AAA die dritte Base durch Guanin ersetzen, würde dieses Basentriplett also AAG lauten und immer noch die Aminosäure Lysin codieren).
Anders sieht die Sache bei der „misssense“-Mutation aus. Hier wird ebenso wie bei der „silent“-Mutation eine Base im Triplett gegen eine andere ausgetauscht, was jedoch im Falle der „misssense“-Mutation dazu führt, dass eine andere Aminosäure gebildet wird.

Dies muss nicht unbedingt Auswirkungen auf die Funktionstüchtigkeit des Proteins haben, je nachdem wie unterschiedlich bzw. gleich die chemischen Eigenschaften der vom veränderten Basentriplett codierten Aminosäure zu der, welche von dem ursprünglichen Triplett codiert wurde, sind.

Die „nonsense“-Mutation hat von diesen drei Arten der Punktmutation die größte Auswirkung auf das Protein, da hier eine Base im Triplett so vertauscht wird, dass dieses nun einen Stopp der Translation codiert. Dadurch wird die Proteinbiosynthese abgebrochen und das Protein kann nicht vollständig ausgebildet werden, wodurch es seine Funktionstüchtigkeit verliert.

Die Funktion eines Proteins kann ebenso durch eine Rastermutation hervorgerufen werden. Rastermutationen sind spezielle Punktmutationen, bei denen eine Base entweder wegfällt (Delition) oder hinzu gefügt wird (Insertion), wodurch das komplette Leseraster der DNA verändert wird und das synthetisierte Protein im Nachhinein eine vollkommen andere Struktur aufweist.
Bei der Retinitis pigmentosa können also die aufgezeigten Formen der Punktmutationen, sowie auch andere Arten der Genmutation, eine Rolle spielen. Sie können entweder spontan auftreten oder durch Vererbung weitergegeben werden.

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